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Erziehungskurse

In diesen Angeboten geht es darum, dass man sich in einer sozialen Gruppe angemessen und respektvoll verhält, also für ein soziales Lebewesen wie den Hund sehr wohl wichtig für ein unversehrtes Überleben (unter Artgenossen) und ein stressfreies Leben (mit uns). Dabei sagen wir den Hunden auch, wenn uns etwas nicht gefällt. Wir vermitteln also faire, verständliche und angemessene Grenzen. Zu diesem Bereich gehört das Verhalten zu Hause, z.B. allein bleiben, nicht ständig hinter Euch her rennen, ruhiges Verhalten Besuchern gegenüber etc., aber auch das Verhalten draußen wie die Leinenführigkeit, ruhiges Verhalten bei Begegnungen etc. Ohne diesen Bereich wird ein Leben mit einem Hund evtl. auch mal anstrengend. Es ist also empfehlenswert, beides früher oder später zu besuchen oder auch parallel teilzunehmen. Es ergänzt sich ganz prima!


Für wen sind diese Erziehungskurse geeignet?

  • Für Mensch-Hund-Teams die sich ganz neu gefunden haben und gerne möglichst viel richtig machen wollen, bevor sich irgendwelche Probleme einschleichen.
  • Für Mensch-Hund-Teams, wo sich das ein oder andere Problemchen gerade beginnt zu etablieren. (Hast du also schon ein halbes Jahr ein Thema mit deinem Hund, buche bitte einen Ersttermin.)
  • Für Mensch-Hund-Teams, die bereits einen Ersttermin (und ggf. Folgetermine) hatten, und nun das Gelernte unter kontrollierten Bedingungen festigen möchten.

Für wen sind die Erziehungskurse also (noch) nicht geeignet?

  • Für Mensch-Hund-Teams, bei denen sich die Hunde in Anwesenheit anderer Hunde sehr deutlich aufregen und nur schwer wieder beruhigen (lassen).
  • Für Mensch-Hund-Teams, bei denen die Hunde
  • sehr unsicher oder ängstlich sind, 
  • sich aggressiv anderen Hunden oder Menschen gegenüber verhalten oder 
  • starkes Jagdverhalten zeigen und 
  • die daran noch nicht weiter gearbeitet haben.
  • Für Mensch-Hund-Teams, deren Mensch seinen Hund kaum halten kann, wenn dieser anderer Ideen hat als der Mensch im Team.

In Gruppen könnt ihr nicht das intensive und individuelle Coaching bekommen, welches ihr zur Zeit noch benötigt, um Fortschritte zu machen. Das hat gar nichts mit euch zu tun, sondern liegt in der Natur von Stress, den die o. g. "Ausschlusskriterien" mit sich bringt. 

Euch helfen wir sehr gerne im Einzelunterricht weiter, um ganz in Ruhe die Voraussetzungen zu schaffen, die für die Teilnahme und das erfolgreiche Lernen in Gruppen von Mensch-Hund-Teams nötig sind. 

Wie geht das mit diesen Erziehungskursen?

Unter diesem Text findest du die Erziehungskursen, die wir anbieten und ggf. eine Ausschreibung, wann der nächste Erziehungskurs startet. Solange AUSGEBUCHT dabei steht, kannst Du den Erziehungskurs nicht buchen.

An dieser Stelle weisen wir darauf hin, dass Erziehungskurse bei uns keine Massenware sind. Wir bieten sie an, wenn wenn wir Kapazitäten dafür frei haben.

Wenn also ein Erziehungskurs ausgeschrieben ist und du ihn buchen möchtest, dann klickst du auf das Feld und ein neues Fenster öffnet sich. In diesem kannst du nochmal zusammengefasst lesen, was er beinhaltet und wann er startet sowie, zu welchen Daten erläuft. Wichtig: Jeder Erziehungskurs hat ein oder zwei Ersatzstunden. Auf diese greifen wir zurück, wenn wir als Trainer mal eine Stunde absagen müssen. Solltest du an einer Stunde nicht teilnehmen können, geht das auf deine Kosten; der Preis verringert sich dadurch nicht. Weil einige das in einer Hundeschule seltsam finden sei gesagt, dass es egal ist, ob du einen Kurs an einer Volkshochschule, einem Fitnesscenter oder woanders buchst: Niemand wird dir kostenfreie Nachholstunden zur Verfügung stellen, wenn du an vorab festgelegten Terminen nicht kommen kannst.

Abmeldefristen entnimmst du bitte den AGB.

Wie bekomme ich einen Platz in einem weiterführenden Erziehungskurs?

Hast Du einen Platz in Erziehungskurs 1 erhalten, bekommst du generell ein Vorkaufsrecht für einen Platz im Folgekurs.

Wichtiges für alle 3 Kurse

Nicht immer nehmen wir jedes Team in den Folgekurs mit.
Wir möchten uns die Möglichkeit vorbehalten, jemanden nicht mit in Folgeskills zu nehmen, wenn wir sehen, dass das Arbeiten in einer Gruppe für Hund und Halter keinen Sinn macht, weil der Hund z.B. viel zu aufgeregt ist, weil der Halter zu gestresst ist, etc. pp.

Und ein weiterer Grund, jemanden nicht in einen Folgekurs mitzunehmen ist, wenn die Inhalte des aktuellen Erziehungskurse noch nicht sicher etabliert werden konnten. Das kann unterschiedliche Gründe haben: Weil das Team in der Gruppe zu gestresst ist, weil zu Hause die Zeit fehlte, die Inhalte zu erarbeiten, weil so ein Team vielleicht ein individuelleres Training braucht und es doch Themen gibt, die man nur einzeln miteinander in Ruhe erarbeiten kann, …

Natürlich besteht dann die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt in den Folgekurs einzusteigen, wenn die Inhalte etabliert wurden.

Erziehungskurs 1:
Häusliches Programm

DAS INNEN MACHT DAS AUSSEN - UND GENAU DARUM GEHT ES IN DIESEM 1. KURS

  • Welche Bedürfnisse und  Ansprüche hat dein Hund an dich und wie wirst du diesen gerecht?
  • Energiekurve und was sie mit unerwünschtem Verhalten zu tun hat.
  • Körpersprache richtig einsetzen.
  • Wie bringe ich meinem Hund bei, dass er auf einem zugewiesenem Platz bleiben soll? Und warum ist das KEIN Deckentraining!?
  • Wir reden über Korrekturen und wie man sich das Recht verdient, sie fair und ruhig zu kommunizieren und vor allem wie und wann.
  • Wir erklären dir viel über die Art und Weise, wie du optimal Zeit mit deinem Hunden verbringst und was in der Zeit passiert, in der dein Hund Pause hat.

Wenn Du mehrere Hunde hast, sprich mich bitte an, ob es Sinn macht, alle mitzubringen.

Dieser Kurs beinhaltet 3 Trainingseinheiten, die jeweils mindestens 60 Min. dauern.

Dieser 1. Kurs besteht hauptsächlich aus Theorie und bildet die Basis, um sich die zwei weiteren Kurse erarbeiten zu können. Etwas Praxis ist aber selbstverständlich auch dabei: Während wir uns mit dem theoretischen Wissen beschäftigen, lernt dein Hund bereits, sich unter Anwesenheit anderer Hunde auf seinem Platz aufzuhalten, ruhig zu werden und dort zu bleiben. Du lernst, wie du es schaffst, dass er diese von dir gesetzte Grenze (zum Beispiel Körbchenkante) beachtet, einhält und wie du dies auf jeden anderen von dir gewünschten Platz bzw. Raum überträgst.

ALLGEMEINES:

Stundenanzahl: 3
Stundendauer: mindestens 60 Minuten
Investition: 60,- Euro - zahlbar vorab per Rechnung oder PayPal oder in der ersten Trainingsstunde bar oder per EC-Karte beim Trainer (muss bei Buchung angegeben werden)

    Erziehungskurs 2:
    Leinenführigkeit

    Im Wort "Leinenführigkeit steckt das Wort "FÜHRUNG". Für viele reines Hexenwerk, weil sie so bemüht sind und der Hund dennoch nicht so an der Leine läuft, wie sie es sich wünschen. Warum? Weil "Führung" im Kopf anfängt. Jemanden zu führen hat etwas damit zu tun, dass man führen will und nichts mit Leckerlis! Es ist eine mentale Leistung und keine Frage der Technik, die ist maximal nice to have. In diesem Erziehungskurs geht es also um:

    • Mentales Führen
    • Körpersprachliches Führen
    • der richtige Ausdruck beim Führen
    • Räume verwalten aber richtig, fair und punktgenau
    • faire und verständliche Korrekturen für deinen Hund
    • das Handling des Equipments
    • Managementmöglichkeit für schwere Kaliber

    Worum geht es noch

    • Es wird hier ganz viel um die Dinge gehen, die sich aktuell in deinem Kopf abspielen und die sich dort in Zukunft abspielen sollen, wenn du einen leinenführigen Hund haben möchtest.
    • Es wird ganz viel darum gehen, wie du aussehen, gehen und stehen musst, wenn dein Hund dir glauben soll, dass du führst.
    • Es wird darum gehen, Räume klar und verständlich zu verwalten.
    • Es wird um Anfänge gehen. Verrückterweise geht es um Zentimeterarbeit, was das Leinenhandling anbelangt und um das richtige ATMEN!

    Dieser Kurs ist für alle, die einen Welpen haben oder einen "neuen" Hund, der schon älter ist, der das ziehen an der Leine gar nicht erst lernen soll. Aber dieser Erziehungskurs ist auch für all diejenigen besonders geeignet, deren Hund bereits zieht und auch "harte Nüsse" in diesem Bereich sind hier genau richtig!

    ALLGEMEINES:

    Voraussetzung: Es wäre gut, wenn Du am Erz. I. teilgenommen hast, ist aber kein Muss.
    Stundenanzahl: 4 
    Stundendauer: 45 - 60 Minuten
    Trainingsort: Entweder in Grasdorf oder in Hildesheim. Das kannst der jeweiligen Ausschreibung entnehmen.
    Investition: 80,- Euro - zahlbar vorab per Rechnung oder PayPal oder in der ersten Trainingsstunde bar oder per EC-Karte beim Trainer (muss bei Buchung angegeben werden)

      Erziehungskurs 3:
      Ruhe & Reizkonfrontation (Begegnungen)

      Begegnungen, für viele Hundehalter und oft auch die Hunde ein heißes Thema!

      Erstmal eines vorweg, weil die Frage immer wieder kommt:

      • In diesem Kurs bist du richtig, wenn dein Hund an der Leine etwas spinnert ist, wenn euch andere Hunde, Menschen, Tiere, Fahrzeuge etc. begegnen.
      • Hier bist bist du auch richtig, wenn dein Hund zu allen Hunden hin will, sie aber in der Regel nicht anmotzt (vielleicht mit der ein oder anderen Ausnahme).
      • Hier bist du richtig, wenn dein Hund allgemein sehr stark auf Außenreize reagiert, sich stark davon ablenken läßt und Du nur schwer "einfach so" an einer Ablenkung - egal welcher Art - vorbei kommst. Dabei ist es egal, ob Dein Hund einfach nur hinguckt, hinzieht, bellt oder ähnliches.

      Wenn Dein Hund Dir schon eine Weile Schwierigkeiten bei Begegnungen bereitet und wirklich an der Leine pöbelt, solltest Du zuerst einen Ersttermin buchen, damit weder Du noch Dein Hund in so einer Hundegruppe unnötig gestresst seid und Du schon eine gute Idee hast, wie Du mit Deinem Hund umgehen kannst.

      Wir beschäftigen uns in diesem Kurs mit:

      • Halteübung um Entspannung zu erzeugen in immer schwerer werdenden Situationen
      • dem Verständnis Deinerseits, was Reizverarbeitung bedeutet
      • Notlösung für eskalierende Hund
      • Wo Korrekturen sinnvoll sind und wo nicht und wie sie aussehen sollten
      • Wann ich lobe und wie
      • Deiner Körpersprache und Deinem Mindset
      • Leinenhandling
      • Atmen
      • Aushalten
      • Raum halten

      ALLGEMEINES:

      Voraussetzung: Es wäre sinnvoll, wenn Du an Erz. 1 und 2 teilgenommen hättest. Ist aber kein Muss.
      Stundenanzahl: 5
      Stundendauer: 45 - 60 Minuten
      Trainingsort: Entweder in Grasdorf oder in Hildesheim. Das kannst der jeweiligen Ausschreibung entnehmen.
      Investition: 100,- Euro - zahlbar vorab per Rechnung oder PayPal oder in der ersten Trainingsstunde bar oder per EC-Karte beim Trainer (muss bei Buchung angegeben werden)

        HUNDE UND IHRE BEDÜRFNISSE

        WIR UNTERSCHEIDEN UNS NICHT SO SEHR

        Hunde haben Bedürfnisse; genau wie wir. Wer sich schon mal eine Bedürfnispyramide angesehen hat (hier findet Ihr z.B. eine ganz tolle für den Hund: https://www.hundehofhochstein.de/die-beduerfnispyramide/ der wird das ein oder andere feststellen.

        Auf der untersten Stufe, also auf dem Fundament, finden sich die überlebensnotwendige Bedürfnisse: Ruhe/ Schlafen, Futter/ Wasser, Gesundheit, Urin- und Kotabsatz.
        Ohne das, kann ein Hund nicht überleben, nicht gesund bleiben. Mir ist das Thema deshalb wichtig, weil Futter/Wasser, Urin- und Kotabsatz den meisten klar ist; Bewegung bestimmt auch noch, wenn auch nicht in der Wichtigkeit und der Art und Weise aber Ruhe ist für viele nicht so klar. Aus dem Thema "nicht genug Ruhe" resultieren 90% (!!!) aller Schwierigkeit, die wir mit dem Hund haben. (Warum, wieso, weshalb erkläre ich Euch im Skill "Häusliches Programm", im Ersttermin (Einzeltermin) oder im Webinar "Das Innen macht das Außen". Was hier auch zu gehört ist sichere Führung und durchaus geistige und körperliche Auslastung. Aber Achtung!!! Auslastung ist nicht gleich Auslastung!!

        Wenn du dir die nächste Stufe anschaust, dann ist das Sicherheit.
        Zur Sicherheit gehört die geistige und körperliche Unversehrtheit, Regeln, Struktur, Rituale, Vorhersagbarkeit....Das bedeutet, dass es jemanden braucht, der diese Regeln, Strukturen, Rituale vermittelt. Und das ist die verlässliche Bezugsperson. In Kombination mit der ersten Stufe bedeutet das eben, dass GESUNDHEIT nicht "beklopptes über die Wiese schüsseln" ist, sondern mit dir gemeinsam unterwegs sein. Als Gruppe! Als Team! Nicht, der eine zieht, der andere versucht irgendwie hinterher zu kommen. Das wirst du so weder in Hunde- noch in Wolfsgruppen finden. Man geht gemeinsam!!! In der Regel ist in Hunde- oder Wolfsrudeln auf einem normalen Gang niemand mal 100m weiter vorne und der andere 100m weiter hinten, während der Nächste im Dickicht verschwindet. Da wird strukturiert und möglichst kräftesparend gemeinsam des Weges getrabt. Übrigens bei verwilderten Haushunden in der Toscana (alles große Hunde) konnte man sehen, dass diese 1x am Tag "spazieren gehen", also durchs Territorium schweifen, meistens als größere Gruppe und in der Regel um die 30 Minuten. Für alle, die also glauben, sie müssen unbedingt jeden Tag 2 Stunden mindestens am Stück spazieren gehen... Müsst Ihr nicht! Könnt Ihr sicher! Aber müsst Ihr nicht! Und ob es immer Sinn macht, wäre dann eine andere Geschichte.

        Dann kommen die sozialen Bedürfnisse, wie Kommunikation, Kontakt zu Mensch und Tier und Zärtlichkeit.
        Und natürlich kann man die Bedürfnisse nicht ohne Weiteres von einander trennen. Denn natürlich kommunizierst du mit deinem Hund, wenn du etwas von ihm möchtest. Und natürlich gehört ihr als Team zusammen; dein Hund braucht und will Familienanschluss. Hunde leben sozial obligat, also verbindlich in Gruppen, wenn man sie lässt!
        Aber ich denke es wird klar, dass z.B. der Kontakt zu Artgenossen, bei weitem nicht so weit oben steht, wie wir immer glauben. Er ist wichtig, aber genau wie wir haben Hunde Freunde. Sie brauchen nicht ständig Kontakt zu anderen Hunden. Wir rennen ja auch nicht durch die Stadt und fragen Wildfremde, ob sie mit uns Fangen spielen wollen, in der Regel machen das nicht mal Kinder. Und Hunde, die in geschlossenen Familienverbänden leben, wenn man sie lässt, haben daran auch kein Interesse - wenn sie es haben, ist es "hausgemacht" und antrainiert.

        Auf der 4. und vorletzten Stufe findest du die Wertschätzung.
        Dazu gehört: Liebe, Erfolg, Respekt, Lob, Anerkennung, Wertschätzung, gemeinsame Unternehmungen, das Recht auf ein faires Training und das Recht auf einen Besitzer, der Freude hat, seinen Hund besser zu verstehen.
        Ich weiß, der ein oder andere kann es vermutlich nicht fassen, dass Liebe so weit hinten steht. Fakt ist aber, dass Liebe, und ich rede nicht von "verliebt sein", Liebe entsteht und ist nicht einfach da. Liebe entsteht, wenn man jemanden gut kennt, wenn man die eigenen Grenzen vermittelt und die anderen kennengelernt hat und man damit gut zurecht kommt. Wenn ich bedenke, wie viele Hunde ständig die Grenzen ihrer Halterinnen und Halter überschrabbeln und die Menschen dennoch nichts dagegen tun, dann finde ich, dass diese Grenzen mal besprochen werden müssen, damit sich beide wieder wohlfühlen. 

        Und zum Thema Lob: Jeder der mit Hunden zu tun hat, sollte wissen, wann ein Lob sinnvoll ist, welches Lob sinnvoll ist. Im sozialen Bereich wird übrigens selten mit Leckerchen gearbeitet, es sei denn, der Hund tut etwas komplett freiwillig, was eben gut für diese Beziehung ist. 

        Unser Lob sieht aber oft so aus: Der Hund springt minutenlang an uns oder unseren Gästen hoch. Endlich hört er dann mal, dass seine Besitzer was von ihm wollen. Er macht eine Sekunde das gewünschte Kommando SITZ und wenn der Besucher sich wieder bewegt, geht das Theater von vorne los…

        In unserer Welt ohne Hund wäre das z. B. so. Man sitzt als Familie am Tisch und will Abendbrot essen. Das Kind der Familie legt seine Füße auf den Tisch und hat Musik auf den Ohren. Endlich bekommt es nach Minuten mal mit, dass seine Eltern was von ihm wollen. Sie sagen: "Nimm die Füße vom Tisch, dann bekommst du 5,-Euro." Das Kind nimmt die Füße vom Tisch, bekommt 5,- Euro und legt sie wieder drauf. 

        Findest du bekloppt? Macht doch keiner so? Doch!!! Mit unseren Hunden machen wir das ständig so. Und was glaubst du, wie ernst das Kind seine Eltern nach einer Weile noch nimmt? Genau!! Gar nicht! Leckerchengabe und Lob ist nicht immer sinnvoll. Allzu oft sorgt sie dafür, dass wir uns zum - entschuldigung - Affen machen! Und der Affe wird zum richtigen "Vollhorst", wenn er sich dann nach dem 10. Mal verkaspert werden so richtig aufregt und womöglich unfair wird.

        Faires Training bedeutet auch, Konflikte aushalten und austragen! Übrigens tun auch Hunde das nach Möglichkeit ohne Körpereinsatz, weil eine Verletzung natürlich auch immer Gefahren birgt. Das heißt aber nicht, dass ein junges Rudelmitglied, nicht auch mal körperlich diszipliniert wird, wenn es sich nicht an Regeln hält oder wenn es diese erst noch lernt. Aber dennoch müssen sie fair und verständlich sein, damit das Gegenüber es a. verstehen kann und es b. keine Angst bekommt.

        Und der letzte Punkt ist Individualität.
        Eigene Entscheidungen treffen, Hund sein, Weiterentwicklung von Fähigkeiten.
        Verrückt!! Weißt du wie oft ich im Training, noch bevor der Hund vernünftig abrufbar ist, gut an der Leine laufen kann und gut ansprechbar ist höre "aber der muss doch auch mal Hund sein!" JA!!! Aber nicht, bevor er ein wertvolles Mitglied der Gruppe geworden ist. Nicht bevor er die Regeln verstanden hat. 

        Auch hier ein Beispiel mit einem kleinen Kind, dass die Welt noch erklärt bekommt, dass noch nicht sicher weiß, wie man sich verhält, damit einem nichts passiert das alles verdeutlichen:
        Solange ich klein war und meine Eltern sich nicht ganz sicher waren, ob ich sie höre, wenn es wichtig ist, ob ich AUF sie höre, wenn es wichtig ist (und gar nicht aus Böswilligkeit, sondern weil alles aufregend, bunt und großartig war) blieb ich bei einem von ihnen an der Hand, wenn die Welt aufregender wurde. Meine Eltern wären nie auf den Gedanken gekommen mich z.B. auf einem Weihnachtsmarkt von der Hand zu lassen. Erst nach und nach, war das möglich und auch sinnvoll, weil ich irgendwann verstanden habe, wie wichtig es ist, den Anschluss zu behalten, wenn man seine Gruppe nicht verlieren wollte. Solange ich noch sehr mit mir selbst und meinen eigenen Bedürfnissen beschäftigt war - wie es für Kleinkinder typisch und normal ist - haben meine Eltern mich nicht losgelassen.

        Mit unseren Hunden machen wir es genau anders rum (oft auf Grund der trügerischen Sicherheit der Leine). Es wird bunt, aufregend und trubelig (für einen Welpen ist das schon auf dem ersten Spaziergang der Fall) und wir lassen die Leine lang, weil der Hund die Welt entdecken soll, anstatt sie mit ihm zusammen zu entdecken. Weil er ja Freiheit will!!! Will er nicht!! Er will Sicherheit!! Und Freiheit heißt übrigens auch dass man Regeln verstanden hat und sich an sie hält, alles andere ist Anarchie!

        Fakt ist, die Bedürfnisse müssen befriedigt werden. Am besten alle, damit sich unsere Hunde wirklich wohl fühlen. Aber auch in der richtigen Reihenfolge und mit der richtigen Wertigkeit.

        Dennoch wird einiges in einander greifen und das ist auch gut so.

        Du siehst, ich mache mir viele Gedanken und mir ist es wichtig, dass du deinen Hund verstehst. Mir ist es wichtig, zu wissen, wie wir dafür sorgen können, dass es unseren Hunden gut geht und sie sich angemessen verhalten. Das bedeutet nicht, dass du niemals Fehler machen darfst oder dass dein Hund das nicht darf. Ganz und gar nicht! Das wird passieren. Ich glaube, jeder von uns wächst am ehesten an seinen Fehlern, wenn wir sie als Chancen betrachten und auch an ihnen wachsen wollen.

        Ich möchte dass die Bedürfnisse deines Hundes erfüllt werden, aber ich will auch dass du dich mit deinem Hund wohl fühlst. Und um ehrlich zu sein geht das am allerbesten, wenn Hunde immernoch sein dürfen, was sie immer waren und was sie immer sein wollen:

        HUNDE !!!